Zusammen mit Bewohner Hanno Clausnitzer (71), der seit 2019 im Domizil Oststeinbek lebt, schwelgt Blandy Nörenberg in Erinnerungen.
Oststeinbek. In ihren 15 Jahren als Betreuungskraft im Kursana Domizil Oststeinbek hat Blandy Nörenberg gelernt, dass der größte Schatz im Leben aus schönen Erinnerungen besteht. Deshalb hat die 66-jährige Oststeinbekerin früh damit begonnen, ihre persönlichen Glücksmomente bei der Arbeit in einer ganz persönlichen Chronik zu sammeln. „Ich habe so viele Fotos, Zeitungsartikel und Geschichten aus unserem Mitarbeitermagazin eingeklebt, dass ich das dicke Buch kaum noch schließen kann“, sagt sie schmunzelnd. „So kann mir kein Erlebnis und keine Information über das Domizil verloren gehen. Manchmal stelle ich mir vor, wie ich im hohen Alter im Buch blättere und mich an all den schönen Stunden, die ich hier im Haus erlebt habe, erfreuen werde.“
Das gelbe Notizbuch startet mit Informationen zur Eröffnung des Domizils 2008. Das erste Foto von 2011 zeigt Blandy Nörenberg mit Ergotherapeutin Vanessa Meyer, ihrer ersten Leiterin der sozialen Betreuung. Über die Jahre hat sie Bilder von Leitungskräften und langjährigen Kolleginnen genauso wie Fotos von schönen Festen und Ausflügen eingeklebt und dazu ein paar Notizen aufgeschrieben. „Da ich den Kursana-Kleinbus fahre, war ich bei allen Ausflügen dabei und konnte die Freude der Bewohner an der Ostsee, bei einer Kutschfahrt in der Heide oder bei Besuchen im Miniaturwunderland und beim HSV im Volksparkstadion hautnah miterleben“, freut sie sich. Ihr persönlicher Höhepunkt war der Besuch eines Clowns-Workshops und ein Zeitungsartikel, der über ihre Arbeit als Clownin im Domizil berichtete. „Ich habe mich immer gern verkleidet und unsere Bewohner bei Festen beispielsweise als Zitronenjette überrascht“, erzählt Blandy Nörenberg, die auch die Quittungen vom Kostümverleih in ihrem Buch gesammelt hat. „Mir lag immer am Herzen, für die Senioren jenseits vom Pflegealltag unvergessliche Momente zu schaffen.“
Mit ihrem Renteneintritt schlägt Blandy Nörenberg jetzt in ihrem Leben ein neues Kapitel auf und freut sich darauf, künftig mehr Zeit für ihren dreijährigen Enkel zu haben. Da sie aber noch auf einer halben Stelle im Domizil weiterarbeitet, liegt schon ein zweiter Band für die Sammlung weiterer kostbarer Erlebnisse bereit. „Ich habe hier so viele Menschen liebgewonnen und festgestellt, dass ich von jedem etwas für mein eigenes Leben lernen kann.“
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