Zwei, die sich gut verstehen: Iryna Yelizarova mit Bewohnerin Frauke Schulte.

 
21.09.2026

Eine Feldscherin bereichert das Pflegeteam

In der Ukraine wurde Iriyna Yelizarova (53) zu einer Krankenschwester für besondere Aufgaben ausgebildet. Jetzt möchte sie ihr Wissen und ihre Erfahrung aus dreißig Berufsjahren ins Kursana Domizil Bremen einbringen.

Bremen. Seit zwei Monaten lernt Iryna Yelizarova, die 2023 aus der Ukraine nach Bremen gekommen ist, als Pflegehelferin die Arbeit im Kursana Domizil kennen. Gleichzeitig belegt die 53-jährige einen siebenmonatigen Kurs zur Anerkennung ihres Diploms als Pflegefachkraft in Deutschland. Für Direktor Knuth Maier-Preuß ist schon jetzt abzusehen, dass Iryna Yelizarova mit ihrer Qualifikation als „Feldscherin“, einer Krankenschwester für besondere Aufgaben, und ihren dreißig Jahren Berufserfahrung eine große Bereicherung für die Altenpflege ist. „Frau Yelizarova ist sehr fleißig, hoch motiviert und hat sehr viel Wissen über Krankheiten und Therapien“, sagt er. „Außerdem arbeitet sie sehr strukturiert, springt gern ein, wenn Kollegen ausfallen und ist sehr empathisch im Umgang mit unseren Bewohnern.“ 

Sie hat gelernt, im Beruf Verantwortung zu tragen   

Schon als Kind hat Iryna Yelizarova davon geträumt, im medizinischen Bereich zu arbeiten. Als nach ihrem Schulabschluss an der medizinischen Fachschule ihrer Heimatstadt Lyssytschansk im Osten der Ukraine bereits alle Ausbildungsplätze für Krankenschwestern vergeben waren, belegte sie die dreieinhalbjährige, anspruchsvollere Qualifizierung zur „Feldscherin“. „In meiner Heimat ist dieser Beruf zwischen Arztberuf und Pflege einzuordnen“, erzählt sie. „Eine Feldscherin kann beispielsweise in der medizinischen Station eines Dorfes weitgehend selbständig Patienten versorgen, Diagnosen stellen, Rezepte ausstellen und medizinische Hilfe leisten.“ Da Iryna Yelizarova in der Großstadt bleiben wollte, entschied sie sich für die Arbeit in der Kardiologie eines Krankenhauses, wo sie bis zum Ausbruch des Krieges 2022 dreißig Jahre lang als Krankenschwester Verantwortung übernahm. 

Dankbar für die Chance zum Neuanfang   

„In unsere Region Luhansk kam der Krieg praktisch sofort. Es gab Bombenangriffe, zerstörte Häuser und Tote“, sagt Iryna Yelizarova. Nach einer Zwischenstation in der Mitte der Ukraine folgte sie vor drei Jahren ihrer Schwester nach Bremen und ergriff sofort die Chance, in einem Deutschkurs die Sprache zu lernen. Nach ihren ersten Berufserfahrungen möchte Iryna Yelizarova in der Altenpflege bleiben, weil ihr der beständige Kontakt zu den Bewohnern gefällt. Für die Anerkennung ihres Diploms gibt sie alles, um als Fachkraft beruflich bessere Möglichkeiten zu bekommen. „Ich bin Deutschland von Herzen dankbar für die große Unterstützung“, sagt sie. „Mein Weg ist nicht einfach. Aber ich finde immer wieder die Kraft, ihn weiterzugehen. Vielleicht manchmal nur in kleinen Schritten, aber ich bewege mich immer weiter auf mein Ziel zu. Und ich hoffe, dass am Ende alles gut wird.“

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