Beim Ratespiel mit den „Biografie-Säckchen“ haben Betreuungskraft Henrieke Bätjer und Be-wohnerin Ruth Rudow gemeinsam eine Menge Spaß.
Oststeinbek. Wenn Betreuungskraft Henrieke Bätjer mit einem Karton voll mit knallroten „Biografie-Säckchen“ auf den geschützten Demenz-Wohnbereich des Kursana Domizils Oststeinbek kommt, ist die Freude bei den Bewohnerinnen und Bewohnern groß. Denn in den kleinen Beuteln sind Gegenstände aus der Vergangenheit der Senioren, die es zu ertasten gilt. Jeder Treffer erfüllt die ratende Person mit Stolz, und meist weckt das Fundstück gleich schöne Erinnerungen: Bei einer Kastanie fallen Bewohnerin Ruth Rudow Spaziergänge in raschelndem Herbstlaub ein, beim leuchtend roten Apfel erinnert sie sich an den Garten ihrer Kindheit mit seinen Apfelbäumen. Und bei einer Musikkassette sind gleich die Lieblingsschlager aus der Jugend präsent. „Die Arbeit mit den Biografie-Säckchen macht so großen Spaß, weil sie die Fantasie der Bewohner anregt“, sagt Henrieke Bätjer, die seit fünf Jahren im Domizil tätig ist. „Und jedes Erfolgserlebnis löst so viel Freude aus, dass ich mich immer mitfreuen kann.“
Die Ressourcen pflegen und erhalten
Täglich sind die sechs Mitarbeiterinnen der sozialen Betreuung auf dem geschützten Wohnbereich mit seinen gut zwei Dutzend Bewohnerinnen und Bewohnern im Einsatz, um die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Menschen mit Demenz zu pflegen und zu erhalten. Die fitteren Senioren unterstützen sie bei den Mahlzeiten an therapeutischen Tischen dabei, möglichst selbständig zu essen. Bewegungsspiele und Gedächtnistraining werden in Gruppen ausgeführt, und beim gemeinsamen Singen sind auch Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung dabei. In den Einzelkontakten führen sie kleine Gespräche, spenden Trost und schenken Zuwendung. Und sie stimulieren mit Übungen wie beim Rätseln mit den Biografie-Säckchen die Sinne. „Ich liebe meine Arbeit und schätze besonders die Kontakte zu demenziell erkrankten Senioren“, sagt Henrieke Bätjer, deren eigener Großvater an Demenz erkrankt war. „Ich kann mich gut auf die Menschen einlassen, schätze ihr ehrliches Feedback und erlebe sehr viel Herzlichkeit im Miteinander. Das Lächeln der Bewohner ist für mich das größte Geschenk.“
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