Der Besuch der Senioren im Kursana Domizil ist für die Weingartenschülerinnen und -schüler immer etwas Besonderes, bei dem sie viel erleben und Neues erfahren.
Kriftel. Wenn Generationen zusammenkommen, liegt das Vergnügen meist auf beiden Seiten. Das spüren die Senioren im Kursana Domizil und die Jugendlichen der Weingartenschule bei den regelmäßigen Treffen recht schnell. Auch wenn die Situation bei der ersten Begegnung mit den Senioren für die Jüngeren manchmal mit anfänglichen Berührungsängsten verbunden ist, sind die Brücken zwischen den Generationen schnell gebaut. Alt und Jung kommen ins Gespräch und entdecken oftmals eine fremde Lebenswelt.
Allein zwischen der Kindheit und Schulzeit der Senioren sowie der der Teenager liegen im Durchschnitt rund 70 Jahre. Wenn die Älteren davon erzählen, wie streng die Lehrer früher waren, dass die Schüler alle aufstehen und wie im Chor „Guten Morgen“ sagen und manche als Bestrafung in der Ecke stehen mussten, klingt das für die Jugendlichen wie eine Geschichte von einem anderen Planeten.
Außerirdisch hingegen sind für die Senioren wiederum die Berichte der Kinder aus ihrem Alltag und von den Möglichkeiten des Internets, vom Gebrauch des Smartphones und vom Fluch und Segen der Sozialen Medien. Einerseits staunen die Älteren, dass das Internet in Sekundenschnelle alle Fragen beantwortet für die man früher lange Zeit der Recherche gebraucht hätte, andererseits schüttelt die Generation 80plus aber auch den Kopf, wenn sie eine Gruppe von jungen Menschen sieht, die im Bus oder anderswo nebeneinandersitzt und alle auf den kleinen Bildschirm schauen – ein stilles Miteinander.
Ruhig ist es bei den Treffen im Kursana Domizil nie. Da wird geplaudert, gespielt, gebastelt und viel gelacht. Die Handys bleiben für knapp zwei Stunden links liegen und die KI spielt praktisch keine Rolle. Was zählt, ist das persönliche Gespräch, ist das authentische Erleben der anderen Generation. Face to Face würden die Jüngeren sagen: sich ansehen, zuhören, von eigenen Erlebnissen erzählen, sich erinnern oder gemeinsam in die Zukunft blicken und vielleicht auch darüber sprechen, wie die Künstliche Intelligenz das Leben verändern wird.
Die Teenager erfahren in der lockeren Plauderrunde, was es bedeutet, älter zu werden, was sich mit den Jahren im Alltag verändert. Das Projekt des Generationentreffs verbindet schulisches Lernen mit unmittelbarer Erfahrung. Beide Seiten bringen in den Gesprächen ihre eigenen Perspektiven, Fragen und Interessen ein. So entsteht ein persönlicher Austausch, der soziale Kompetenzen fördert.
Für Stanislav Malkeev, Lehrer der Weingartenschule, zeigt sich der pädagogische Wert vor allem in der direkten Begegnung, die für Alt und Jung ein riesiger Gewinn sei. Auch das Team der Sozialen Betreuung im Kursana Domizil bezeichnet die Begegnung von Schülern und Senioren als spannend, bei dem alle etwas lernen könnten. „Die Teenager sind in den Gesprächen mit der älteren Generation richtig aufgeblüht, zeigten Empathie, haben viel Freude verbreitet und Dankbarkeit geerntet“, sagt eine Betreuerin.
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