Daniel Spahr ist auch in der Einrichtung oft mit der Kamera unterwegss
Eisenhüttenstadt. Pflegedienstleiter (PDL) Daniel Spahr sitzt in seinem Büro selten allein. Die Mitarbeitenden kommen gern zu ihm, wenn sie Fragen oder Probleme haben oder sich einfach nur mal austauschen wollen.
Dass der ausgebildete Altenpfleger erst 27 Jahre alt ist, stört keinen seiner Kollegen. Sie schätzen seine Kompetenz, seine freundliche Art und seine Wertschätzung ihnen gegenüber. Wenn er von sich sagt, dass er sich Respekt nicht mehr erarbeiten muss, ist das nicht überheblich gemeint. Er sei als Leiter nie dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche gefolgt, das es in früheren Generationen von Chefs durchaus noch gab. „Ich überlege eher, was die Mitarbeiter bewegt, welche Unterstützung sie gerade benötigen, um ihre Arbeit so zu machen, wie ich es erwarte“, erklärt er.
In den Pflegeberuf ist der gebürtige Torgauer eher zufällig geraten. „Ich wollte Erzieher werden, war aber viel zu spät dran mit meiner Bewerbung, nachdem wir 2015 gerade erst nach Eisenhüttenstadt gezogen waren“, erzählt er. Etwas mit Menschen sollte es aber unbedingt sein. Im Kursana war ein Ausbildungsplatz frei. Nach zehn Minuten Bewerbungsgespräch war klar: Das passt.
„Das erste Lehrjahr war sehr schwierig. Die Umstände hier im Haus waren nicht so, dass man gut angeleitet wurde“, erinnert sich Spahr. Aber er sei nicht der Typ, der gleich aufgibt. Nach Abschluss der Ausbildung im Jahr 2018, habe er sich ein Jahr gegeben. „Das guckst Du Dir mal an“, lautete seine Überlegung.
Er muss sich das nicht nur angeguckt, sondern durch Leistung überzeugt haben, denn schon nach zwei Jahren bot man ihm an, Qualitätsbeauftragter zu werden. Zwei Jahre später folgte die Frage, ob er sich zutraut, die stellvertretende Pflegedienstleitung zu übernehmen. 23 Jahre alt war er damals. „Da habe ich mich dann doch gefragt, ob ich das kann oder noch zu jung bin“, beschreibt Spahr die Zeit vor seiner Entscheidung für diese Aufgabe.
Keine Zeit zu zweifeln hatte er kurz danach. Direktorin und Pflegedienstleiterin fielen unerwartet aus. Für einige Wochen musste der junge Mann das Haus leiten, „die Stellung halten“, wie er das nennt. Das sei nicht einfach gewesen, habe ihn aber darin bestärkt, weiter Leitungsverantwortung zu übernehmen.
Seit 2023 ist der Eisenhüttenstädter nun PDL. Im gleichen Jahr hat er das Studium der Pflegewissenschaft an der BTU in Senftenberg begonnen. In Brandenburg ist dieses Studium verpflichtend, wenn man in einem Haus mit mehr als 80 Bewohnern PDL sein will.
An zwei Tagen pro Woche studiert er dort in Präsenz, drei Tage ist er in der Einrichtung. Das Studium falle ihm nicht schwer, erzählt er. „Ich finde es schön, zu lernen.“ In den drei Tagen im Haus alles zu schaffen, sei schon schwieriger.
Entspannung findet er bei seinem Hobby, der Fotografie und mit seinem Hund Akira. Mit Kamera und Hund sieht man ihn auch regelmäßig im Haus. So hat er in der Weihnachtszeit Erinnerungsfotos von Bewohnern und deren Angehörigen gemacht. „Das macht alle so glücklich“, freut er sich.
Und das ist noch nicht alles. In Cottbus unterrichtet der Endzwanziger bei einem privaten Träger, gibt Kurse und Fortbildungen für Menschen aus Pflegeberufen.
Wie die Zukunft für ihn einmal aussehen wird, da legt sich Daniel Spahr noch nicht fest. PDL möchte er aber gern noch einige Jahre sein, bevor eventuell eine neue beruflich Herausforderung auf ihn wartet.
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