In Absprache mit dem Haustechniker vom Kursana Domizil Billstedt übernimmt Bewohner Hans Kasulke gern leichte Tätigkeiten wie das Laubharken im Garten.

 
04.11.2026

„Männer in Pflegeeinrichtungen brauchen eine Aufgabe.“

Mittlerweile leben 40 Prozent männliche Bewohner im Kursana Domizil Billstedt. Viele fühlen sich am wohlsten, wenn sie selbständig einer Beschäftigung nachgehen und sich für die Gemeinschaft engagieren können. Manchmal messen sie auch gern mit anderen ihre Kräfte.

Hamburg-Billstedt. Wenn es Tag wird im Kursana Domizil Billstedt, schlüpft Bewohner Hans Kasulke in seine Arbeitshose, zieht die Sicherheitsschuhe an und setzt sich seine Basecap auf. Noch vor dem Frühstück dreht der rüstige 70-Jährige, der früher als Gas- und Wasserinstallateur, Elektriker und Hotel-Haustechniker gearbeitet hat, seine erste Runde durch Haus und Garten: Der leidenschaftliche Handwerker harkt Laub zusammen, fegt den Vorplatz und zupft auf dem Parkplatz Unkraut aus den Fugen. „Ich suche mir immer eine Beschäftigung“, sagt Hans Kasulke, der auch gern für andere Senioren Besorgungen macht. „So komme ich nicht ins Grübeln und treffe auf Mitbewohner, mit denen ich mich unterhalten kann.“

Männer machen sich gern nützlich

Seit Jahren ist im Domizil die Zahl männlicher Bewohner gestiegen auf mittlerweile 40 Prozent. Sie packen gern im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit an, schlüpfen bei Festen in die Rolle des Grillmeisters, übernehmen für andere online-Bestellungen oder recherchieren im Internet barrierefreie Ausflugsziele. Ein Herr eroberte die Herzen seiner Mitbewohnerinnen, indem er ihnen morgens die Tageszeitung vom benachbarten Kiosk an die Zimmertüren brachte. „Männer in Pflegeeinrichtungen brauchen eine Aufgabe. Die Arbeit stand ihr Leben lang im Mittelpunkt, da blieb wenig Zeit für Hobbys und Interessen“, sagt Antonio Tabatabai, Leiter der sozialen Betreuung. „Bei uns bekommen sie den Raum, sich mit ihren Stärken einzubringen. Das trainiert ihre Fähigkeiten, erhält die Selbständigkeit und bedeutet Lebensqualität.“ Zudem erleichtert die Tätigkeit, mit anderen in Kontakt zu kommen, denn in dieser Generation haben sich meist die Frauen um das soziale Leben gekümmert. 

Turniere wecken den Ehrgeiz

Bei den Festen in Pflegeeinrichtungen sind die Herren gern dabei und finden sich für gemeinsame handwerkliche Aktivitäten wie den Bau von Vogelhäusern oder Klönschnack-Runden zum Thema Fußball zusammen. An Gruppenaktivitäten wie Gedächtnistraining, Gymnastik und Spiele-Runden nehmen sie eher selten teil. Deshalb greift Antonio Tabatabai manchmal zu einem Trick: „Männer bleiben Männer. Sie möchten sich auch in höherem Alter beweisen und in Wettbewerben messen. Besondere Events und Turniere, bei denen es einen Pokal zu gewinnen gibt, wecken schnell ihren Ehrgeiz.“ 

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