Mit Liedern von Udo Jürgens weckt Rudi Würth in Senioreneinrichtungen gute Laune und Erinnerungen.
Friesenheim. Wenn Rudi Würth zum Mikrofon greift, wird der Nachmittag in einer Senioreneinrichtung zum Musikevent. Während der über 80-jährige Udo-Jürgens-Fan singt, im Takt schwingt und die Texte mit Gesten und Pantomime in Szene setzt, so wie bei seinem jüngsten Auftritt im Kursana Domizil Friesenheim, werden Erinnerungen an den Schlagerstar wach.
„Ich spiele die Lieder wie ein Theaterstück“, sagt der gebürtiger Wolfacher, der seit über 40 Jahren in Lahr-Reichenbach wohnt und über 40 Liedtexte vortragen kann. Ihm gehe es nicht nur um die bekannten Melodien, sondern auch um deren Geschichten und Gefühle. Große Gefühle gab es auch diesmal zuhauf – gleich nach dem Kaffeetrinken im Demenzwohnbereich bei Klassikern wie „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“. Besonders freute ihn, dass viele die Lieder noch auswendig kannten, mitsangen und sich zur Musik bewegten. „Es ist erstaunlich, wie gut sich Menschen mit Demenz oft an Liedtexte erinnern“, bestätigt eine Mitarbeiterin.
Ein Konzert gab den Auslöser
Nach dreißig Minuten Spaß und Stimmung folgten weitere 45 auf einem anderen Wohnbereich. Neben den bekanntesten Hits präsentierte der Hobbymusiker hier auch Stücke wie „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff, „Gabi wartet im Park“ und "Ehrenwertes Haus". Wieder sprang der Funke über. Eine Angehörige forderte gar eine Betreuungsmitarbeiterin zum Tanz auf.
Die Begeisterung für Udo Jürgens begleitet Rudi Würth schon seit den 1970er-Jahren. Seine erste Frau nahm ihn damals zu einem Konzert in Freiburg mit. Seitdem ließ ihn die Musik nicht mehr los. Etwa alle fünf Jahre besuchte er ein Konzert des Künstlers. Seinen ersten eigenen Auftritt als Udo-Jürgens-Interpret hatte er dann bei einer Weihnachtsfeier seines Fußballvereins in der Kuhbacher Festhalle. Seine Show kam so gut an, dass er anschließend immer häufiger vor Senioren sang.
Die große Bühne war Rudi Würth ohnehin bereits gewohnt: Jahrelang war er als Schiedsrichter zwischen Karlsruhe und dem Bodensee unterwegs. Ob Trillerpfeife oder Mikrofon, Fußball oder Schlagermusik – wo Menschen zusammen fröhlich sind, ist Rudi Würth damals wie heute zu Hause.
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