Hans-Dieter Sostmann hat sich im Kursana Domizil schnell mit den Hunden, vor allem mit Sammy (links), angefreundet.
Griesheim. „Ich weiß gar nicht, woran das liegt, aber Tiere sind schon immer gern zu mir gekommen“, sagt Hans-Dieter-Sostmann. Er sitzt im Foyer des Kursana Domizils in der Schöneweibergasse bequem im Sessel und streichelt seinen neu gewonnenen Freund Sammy. Der Goldendoodle gehört sozusagen zur Chefetage. Brigitte Weichel, Direktorin des Kursana Domizils, bringt ihren Hund regelmäßig mit zur Arbeit. Im Foyer des Hauses St. Barbara, wo die Senioren oft zum Plaudern in der Lounge zusammenkommen, spielt Sammy die Hauptrolle. Alle spielen mit ihm. Der Vierbeiner genießt die Streicheleinheiten und die Leckerlies, die ihm die Senioren schenken.
Manchmal taucht auch die Hündin Lina auf. Der schwarze Dackelmix gehört einer Mitarbeiterin des Kursana-Teams. Hans-Dieter Sostmann hat eine starke Anziehungskraft auf die Tiere, die auf seinen Schoß springen und es sich gut gehen lassen. Da haben sich zwei gefunden. Sammy und der 92-Jährige sind tierisch gute Freunde geworden, die jeden Tag Zeit miteinander verbringen. „Wir machen auch kleine Spaziergänge im Wohnviertel“, sagt Hans-Dieter Sostmann, dem ein Rollator beim Gehen und der Hund Sammy im Alltag Halt gibt.
„Mein Sohn wohnt mit seiner Frau und den drei erwachsenen Töchtern in Griesheim. Er meinte, dass es für alle besser ist, wenn ich nach dem Tod meiner Frau nicht allein in meinem Haus, sondern in der Nähe der Familie bin“, erklärt der Rentner, warum man einen alten Baum verpflanzt hat – mit Erfolg. Im Frühjahr zog Hans-Dieter Sostmann von Eschwege an der Werra nach Griesheim und hat im Kursana Domizil ein neues Zuhause gefunden.
Seine besondere Verbindung zu Tieren und speziell zu Hunden hat eine Geschichte. „Als ich ein junger Bursche war, hat mir mein Vater einen Welpen geschenkt. Der Schäferhund hörte auf den Namen Axel. Für so ein Tier musst du immer da sein. Das ist eine große Verantwortung, die ich schon in jungen Jahren übernommen habe“, sagt der Neu-Griesheimer. Zuhause versorgten die Sostmanns auch Ziegen und Schafe, „die ich hüten musste“. Im Laufe der Jahrzehnte hatte Hans-Dieter Sostmann nacheinander mehrere Hunde. In Eschwege begleitete ihn zuletzt die kleine Malteserhündin Emily, die zu seiner Lebensgefährtin gehörte.
Der Umgang mit Tieren und die Versorgung der Hunde war für Hans-Dieter Sostmann ein emotionaler Ausgleich zu seinen beruflichen Aufgaben, bei denen Technik im Mittelpunkt stand. Früher arbeitete der Beamte und gelernte Elektromechaniker bei der Bahn. „Ich habe das Stellwerk im Bahnhof Eschwege-West aufgebaut“, sagt der Bautechnische Bundesbahnbetriebsinspektor.
Auch wenn ihm der Abschied in Eschwege von seinem Zuhause, seiner Lebensgefährtin und von Hündin Emily nicht leicht fiel, so hat er sich im Kursana Domizil doch gut eingelebt und genießt das soziale Miteinander in der Plauderrunde im Foyer, die Geselligkeit bei den Festen oder beteiligt sich an den sportlichen und kreativen Angeboten im Aktivitätenprogramm.
Wie viele andere, hat Hans-Dieter Sostmann die Erfahrung gemacht, dass ein Umzug in eine Senioreneinrichtung nicht zwangsläufig einen Verlust von Selbstständigkeit oder Lebensqualität bedeutet. Im Gegenteil: Wenn im bisherigen Zuhause vielleicht Einsamkeit, Überforderung oder Unsicherheit den Alltag geprägt haben, können das geschütztes Umfeld und die soziale Kontakte im Kursana Domizil den Senioren neue Impulse geben, die das Leben bereichern.
Viele ältere Menschen gewinnen dadurch ein Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft und blühen in ihrer neuen Umgebung regelrecht auf. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt der ehemalige Bahnmitarbeiter und freut sich, dass er Sammy Zug um Zug näher gekommen ist. Es ist gut, dass Sammy mich jeden Tag in Bewegung bringt und auf Trab hält.“
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