Die Taufe seines Sohnes Fritz Leonard war ein besonderes Erlebnis für Tim Geppert während seiner Elternzeit.
Hamburg. Tim Geppert sagt über sich, er arbeite gern viel, sei sehr leistungsorientiert und in seinem Leben auch manchmal stressreiche Phasen gewohnt. Als der Direktor der Kursana Residenz Hamburg im vergangenen Jahr mit 44 Jahren zum ersten Mal Vater wurde, entschied er zusammen mit seiner Ehefrau, sich die einjährige Elternzeit zu teilen. „Anfangs habe ich mich schon gefragt, wie ich die sechs Monate herumkriegen soll“, gibt der ausgebildete Pflegefachmann mit Studium zum Gesundheits- und Sozialökonom lachend zu. „Ich musste erst einmal lernen, loszulassen. Doch die Auszeit mit Kind war eine solche Bereicherung, dass ich sie am Ende am liebsten noch ein bisschen verlängert hätte.“
Angesichts der komplexen Aufgaben und der Verantwortung für die rund 350 Bewohnerinnen und Bewohner in den Appartements, 51 Seniorinnen und Senioren in der stationären Pflege und knapp hundert Mitarbeitenden in der Residenz musste die Elternzeit gut geplant werden. Einmal wöchentlich hielt Tim Geppert telefonisch Rücksprache mit seinem Stellvertreter Tammo de Buhr, einmal monatlich traf sich das Führungsteam vor Ort. Bei den Besuchen war Fritz Leonhard immer dabei und zog die Bewohnerinnen und Bewohner in seinen Bann. „Ich habe bei der älteren Generation viel Staunen und Bewunderung erlebt, weil ich als Mann in Elternzeit gegangen bin“, erzählt Tim Geppert. „Durch den persönlichen Austausch bin ich mit den Senioren noch einmal ein Stück näher zusammengerückt. Ich sehe darin die Chance, dass sie künftig bei Problemen eher das Gespräch mit mir suchen.“
In den sechs Monaten mit seinem mittlerweile einjährigen Sohn habe er erlebt, wie Fritz Leonhard aufrecht zu sitzen begann, das Laufen lernte, deutlicher seinem Willen Ausdruck verleihen konnte und immer mehr Persönlichkeit zeigte. In seinem „Hausmann-Leben“ war er so viel unterwegs, dass er an manchen Tagen 27.000 Schritte zurückgelegt habe, sagt Tim Geppert. „Die Elternzeit hat die Vater-Kind-Beziehung enorm gestärkt. Ich möchte den Mehrwert auf menschlicher Ebene nicht missen und kehre aufgetankt ins Arbeitsleben zurück.“
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