Der Mensch im Mittelpunkt: Biografiearbeit ist für das Kursana-Team die Grundlage vieler Betreuungsangebote.

 
30.09.2026

Hände voller Leben

„Jede Hand erzählt eine Geschichte“: Dies war der Gedanke einer kreativen Bastelaktion im Kursana Domizil Dondorf anlässlich des vergangenen Weltalzheimertages und der „Woche der Demenz“. Die Mitarbeitenden der Betreuung gestalteten zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern bunte Handabdrücke und weckten so vielfältige Erinnerungen.

Donzdorf. Leuchtende Farbe auf der Haut, dann auf Papier: Schon das Anfertigen der Abdrücke war ein Erlebnis für die Sinne. In jede Papierhand wurde der frühere Beruf der jeweiligen Person geschrieben und die einzelnen Hände anschließend zu einer großen, herzförmigen Collage zusammengefügt. Das Motto: „Hände voller Leben, Herzen voller Erinnerungen“.

Als eine Bewohnerin in der Handfläche ihres Abdrucks das Wort „Schneiderin“ entdeckt, betrachtet sie es eine Weile und sagt dann leise: „Ja… das war ich mal. Ich hab so viele Kleider genäht.“ Mit dem Finger fährt sie über die Hand und lächelt: „Meine Tochter wollte immer, dass ich ihr die Kleider nähe. Ich habe das gern gemacht.“ Danach klebt sie ein kleines Herz auf ihre Hand.

Biografiearbeit als Schlüssel zur Identität

Im Kursana Domizil Donzdorf bildet die sogenannte Biografiearbeit die Grundlage vieler Betreuungsangebote. Sie nutzt Anknüpfungspunkte wie vertraute Begriffe, Bilder, Gegenstände oder auch Musik und Düfte und holt Menschen dort ab, wo sie sich zuhause fühlen – in ihren Erinnerungen, Fähigkeiten und Rollen. Für Menschen mit Demenz kann das nicht nur Trost spenden und Geborgenheit vermitteln, sondern auch Kommunikation und Teilhabe fördern.

So sorgte die Aktion nicht nur für positive Emotionen und eine Wertschätzung von Lebenserfahrungen, sondern auch für Gemeinschaft – eine bunte Gemeinschaft aus ehemaligen Köchen, Kaufleuten und Krankenschwestern, Malern und Metzgern und vielen weiteren Berufen.

 

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