Harmonisches Miteinander: Im Domizil Billstedt arbeitet ein Team aus verschiedenen Kulturen zusammen.

 
01.12.2025

Multikulturelles Pflegeteam als Bereicherung

Im Domizil Billstedt arbeiten Menschen aus 15 Nationen.

Hamburg. Die Feste für Mitarbeitende im Domizil Billstedt können sich sehen lassen: Das Buffet, zu dem die Menschen aus 15 Nationen Spezialitäten aus ihren Heimatländern beisteuern, lädt zu einer kulinarischen Weltreise ein. Und auch das Musikprogramm ist ein bunter Mix aus verschiedenen Kulturen. „Pflege ist heute ohne Mitarbeitende aus dem Ausland gar nicht mehr denkbar“, sagt Direktorin Bianca Zummack. „Wir müssen die Voraussetzung schaffen, dass die Menschen hier gut ankommen und sich einleben können. Wenn alle tolerant sind und sich gegenseitig unterstützen, ist ein multikulturelles Pflegeteam eine Bereicherung. Dann können wir viel voneinander lernen.“

Ein Pate hilft bei der Einarbeitung

Schon als Harvinder Kaur vor zwölf Jahren im Domizil zu arbeiten begann, war sie im Haus der vielen Kulturen keine Exotin mehr. Heute leitet die 37-Jährige mit indischen Wurzeln, die in Hamburg aufgewachsen ist, auf dem Wohnbereich für demenziell Erkrankte ein Team mit Mitarbeitenden aus Deutschland, Indien, Serbien, Polen, Russland und der Türkei. „Die Sprachbarrieren sind die größte Herausforderung“, sagt sie. „Es hat sich längst eingespielt, dass wir hier auf Deutsch in einer einfachen Sprache kommunizieren und miteinander geduldig sind. Aber wir erwarten natürlich auch, dass alle daran arbeiten, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.“ Neue Kollegen bekommen einen Paten an ihre Seite, der möglichst ihre Muttersprache spricht und bei Problemen helfen kann. Außerdem gibt es für sie bei Bedarf Extra-Schulungen zum Verfassen der Pflege-Dokumentationen.

Beim Dienstplan kommen sich die Kulturen entgegen

Auch die Dienstplangestaltung stellt das multikulturelle Team manchmal vor Herausforderungen: Einige Mitarbeitende brauchen für ein Wiedersehen mit der Familie in ihrer Heimat den kompletten Jahresurlaub, damit sich die Fernreise lohnt. Andere pflegen religiöse Bräuche wie Ramadan, den Fastenmonat für Muslime, für den sie sich Urlaub oder Flexibilität bei ihren Schichten wünschen. „Dafür sind sie gern bereit, Weihnachten zu arbeiten und kommen so ihren deutschen Kollegen entgegen“, sagt Bianca Zummack. Gespräche mit Bewohnern oder ihren Angehörigen, die ihre Vorbehalte gegen ausländische Pflegekräfte zum Ausdruck bringen, muss die Direktorin nur sehr selten führen. „Heute ist es eher so, dass sich Bewohner und ihre Familien aus anderen Kulturen freuen, wenn Mitarbeitende im Haus ihre Sprache sprechen.“

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